Allgemeines
Die üblichste Art der Kundenwerbung ist weiterhin die Anzeigenschaltung in verschiedenen Printmedien, die die Möglichkeit von Profianzeigen bieten. Wo eine Anzeigenschaltung sinnvoll ist, musst du abhängig von deiner Arbeitsweise, finanziellen Überlegungen und den Möglichkeiten deiner Stadt bzw. Region entscheiden.
Auch solltest du dir über den Anzeigentext ausführliche Gedanken machen. Diese paar Worte entscheiden darüber ob ein Kunde bei dir anruft. Du kannst natürlich auch eine Bildanzeige schalten.
Neben den Printmedien wird auch die Werbung im Internet immer wichtiger. Die Anonymität diese Mediums und der einfache Zugang von Zuhause aus sind ideal für die Herstellung eines Kontaktes zwischen Callboy und Kunden.
Daneben sind deiner Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Ein Callboy wirbt zusätzlich mit Handzettel auf Klappen und Parkplätzen, ein anderer legt Visitenkarten in Gay-Shops aus oder gibt sie in Hotels ab. Auch gute, seriöse Arbeit und Mundpropaganda unter den Kunden gehört an dieser Stelle genannt.
Bei allen Überlegungen kann der Effekt einer Werbestrategie nie 100%ig vorhergesagt werden. Ein Teil der Kosten ist daher sicher umsonst. Das Problem ist, man weiß nicht welcher. - (alte Werberweisheit)
Werbung in Printmedien
In verschiedenen regionalen und überregionalen Printmedien kann man Profianzeigen setzen.
Boulevardzeitungen (z.B. "BZ" in Berlin oder "AZ" in München) haben natürlich eine hohe Leserschaft. Die Anzeigen sind aber bei wenig Textzeichen und Einschränkungen in der Wortwahl recht teuer (ab 50,- Euro/Tag).
In Stadtmagazinen (ca. 20 Euro/Ausgabe) kannst du im Kleinanzeigenteil offen unter einer Profirubrik -oder manchmal auch nur verschlüsselt- inserieren (suche solvente Männer, Taschengeld, etc.).
Zudem gibt es speziell schwule Publikationen in denen du überregional (z.B. "Du & Ich", "box" und "queer") oder regional (z.B. Stadtzeitungen wie "Siegessäule" oder "Männer Aktuell") Anzeigen setzen kannst.
Wo soll man inserieren?
Einige Callboys schalten Anzeigen in erheblichen Umfang. Andere inserieren nur regional mit einem Anzeigenetat von weniger als 50 Euro im Monat.
Wo eine Anzeige platziert werden soll, hängt von der jeweiligen Arbeitsweise ab. Hier nur ein paar beispielhafte Überlegungen:
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Auf Anzeigen in Boulevardzeitungen erhältst du z.B. sehr viele Anrufe, es
sind aber auch überdurchschnittlich viel Spinner und Nerver dabei. Die
Zeitungen werden meist nur wenige Tage aufgehoben, so dass regelmäßig
inseriert werden muss. Anzeigen in diesen Zeitungen lohnen sich eher, wenn
mehrere Callboys zusammenarbeiten, oder falls du mal zwei Tage so richtig
ranklotzen willst und dich nicht eingehaltene Termine nicht allzu sehr stören.
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Stadtzeitungen sind meist preisgünstiger. Hier hast du aber meist mehr
Konkurrenz und erhältst vermutlich weniger Anrufe, diese führen aber öfters
zum Erfolg. Zudem liegen diese Hefte je nach Laufzeit länger bei den Kunden.
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Wenn du nur in schwulen Publikationen inserierst, hast du evtl. eine
aufgeschlossene schwule Kundschaft, der verklemmte Heteropapi wird aber so
ein Heft nicht mit nach Hause nehmen und geht dir als Kunde verloren.
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Mit einem Inserat im "Spartakus" oder "Du & Ich" können auch Besucher aus
anderen Städten erreicht und zum Teil ein höheres Preisniveau durchsetzt
werden. Dies erfordert aber eine lange Vorlaufzeit und erhebliche Investitionen,
die nur dann sinnvoll sind, wenn langfristig und (ggf. auch überregional)
gearbeitet wird und eine wohlüberlegte Werbestrategie vorliegt.
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Es ist sinnvoll die Kunden zu fragen, auf welche Anzeige sie sich gemeldet
haben. Anhand einer Strichliste kann man sehen welche Inserate (Platzierung,
wie auch Text) wirksam sind und die Kunden ansprechen.
Textgestaltung
Bezüglich der Wortwahl sind bei vielen Zeitungen Vorgaben der Anzeigenredaktion zu beachten. Die Boulevardzeitungen haben eine große Ausschlussliste, aber auch Stadtmagazine wie z.B. "Tip" (Berlin) arbeiten mit Positiv- und Negativlisten (z.B nass, rot oder Schwanzgröße). Welche Wörtern nicht verwendet werden dürfen, liegt im Ermessen der Redaktion, ändert sich ab und an und ist nicht immer nachvollziehbar. Gewisse Angebote müssen daher geschickt umschieben werden. Es gibt Ersatzwörter, die erfahrene Kunden zu verstehen wissen.
Zur Gestaltung der Anzeigentexte gibt es zwei unterschiedliche Meinungen. Einige halten ihre Anzeigentexte möglichst allgemein um viele anzusprechen und niemanden abzuschrecken. Wir denken aber, es ist besser sich von der Konkurrenz durch Hinweis auf spezielle (auch selbst bevorzugte) Praktiken und Angebote, oder auf besondere Eigenschaften abzuheben. Dies zeigt die fachliche Kompetenz auf bestimmten Gebieten und spricht so den gewünschten Kundenkreis an. Man erhält weniger, aber eben auch weniger sinnlose Telefonanrufe.
Pfiffige Texte die durch einen eigenen Stil auffallen oder durch zweideutige Anspielungen Eigenschaften und Sexpraktiken charakterisierten, dabei aber noch Raum für Fantasie lassen, kommen allgemein gut an.
Werbung mit Bild
Fotoanzeigen sind wesentlich teurer als Textanzeigen, haben aber in der Regel einen besseren Werbeeffekt, sofern du einigermaßen aussiehst und auf dem Bild mehr nur eine Brustwarze zu sehen ist.
Ob Bildanzeigen geschaltet werden sollen, muss danach entschieden werden, ob dadurch eine Verbesserung gegenüber einer Textanzeige erreicht wird und ob man selbst mit der größeren öffentlichen Präsens zurecht kommt. Und ist natürlich auch eine Kostenüberlegung.
Werbung im Internet
Die Werbung im Internet wird immer beliebter. Die Anonymität diese Mediums und der einfache Zugang von Zuhause aus sind ideal für die Herstellung eines Kontaktes zwischen Callboy und Kunden. Es gibt folgende Möglichkeiten der Werbung:
- Internetseiten mit Profiwerbung
Der Internet-Boyclub. Diese bieten meist kostenlose Darstellungsmöglichkeiten in Wort und auch Bild. Oft können die Angebote auf einer eigenen Setkarte beschrieben werden. Die Seiten sind meist gut in den Suchmaschinen gelinkt und für die Kunden leicht zu finden. Unter den gelisteten Boys kann er sich einen auswählen und mit diesem in Kontakt treten. Der Effekt dieser Werbung sollte nicht überschätzt werden, aber durchaus eine sinnvolle zusätzliche Werbemöglichkeit.

- private Homepages
Mit einer privaten Homepage hast du die größten Freiheiten dich und deine Angebote so zu präsentieren, wie du es möchtest (vorrausgesetzt der Provider hat nichts dagegen). Du kannst Webspace mieten, oder kostenlos angebotenen Webspace nutzen (dann darf die Seite allerdings oft nicht zu kommerziell erscheinen).
Damit die Kunden überhaupt auf deine Homepage gelangen, musst du diese natürlich bei möglichst vielen Suchmaschinen und anderen Linklisten eintragen oder die Adresse auch in deinen Textanzeigen publik machen.
Die eigene Homepage eignet sich gut, um angehende Kunden darauf zu verweisen und Bilder anzuzeigen. Zur Anwerbung von Kunden, die noch keinen anderen Kontakt hatten, ist sie meist nicht erfolgversprechend, da sie nur zu selten gefunden wird.
Preisgestaltung
Da es in den einzelnen Bundesländern Deutschlands mitunter erhebliche Unterschiede bei den Callboy-Honoraren gibt, musst du dich einfach einmal in deiner Region umhören und versuchen herauszufinden, was in etwa der durchschnittliche Preis für ein Sexdate ist.
Je billiger du dich anbietest, umso mehr musst du auch tun für dein Geld - denn:
10 Freier a 50 Euro = 500 Euro aber 10 Freier a 100 Euro = 1000 Euro ........usw.
Nebenbei: Sex ist etwas Besonderes - und wenn es das auch in den Augen Deiner „Kunden“ so bleiben soll, dann gib Dich nicht zu billig her.
